Zurück zum FAQ Steuern

Die steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlage und Speicher ist für jeden Betreiber ein relevantes und informationsintensives Thema.

Um Sie bei diesem umfangreichen Thema zu unterstützen, finden Sie im Folgenden einige grundsätzliche Hinweise, insbesondere mit Hinblick auf die umsatzsteuerliche Behandlung Ihres sonnenFlat Stromvertrags. Bitte beachten Sie, dass diese jedoch nur allgemeiner Natur sind und in Einzelfällen anders zu bewerten sein können.

Jeder Betreiber einer Photovoltaikanlage und eines Speichers ist eigenständig für die Erfüllung seiner steuerlichen Pflichten verantwortlich. Eine professionelle Steuerberatung ist dafür unersetzlich. sonnen übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der steuerlichen FAQ keine Haftung. Wir empfehlen Ihnen deshalb, bei sämtlichen Fragen zu Ihrer Steuererklärung einen Steuerberater hinzuziehen.

Weiterführende Hinweise finden Sie auch auf der Homepage des Bayerischen Landesamts für Steuern.

Was bedeutet die gewährte Freistrommenge für meine Steuererklärung?

Mit dem sonnenFlat-Stromvertrag ist der Strom, den Sie aus der sonnenCommunity beziehen für Sie kostenfrei, solange er die vereinbarte Freistrommenge nicht überschreitet. Das Finanzamt bewertet diese kostenfreie Stromlieferung als eine Leistung von sonnen an Sie, die Auswirkungen auf die Einkommens- und ggf. auch Umsatzsteuererklärung hat (je nachdem, ob Sie steuerrechtlich als Kleinunternehmer oder Unternehmer auftreten).

Auf der Jahresrechnung für Ihren sonnenFlat-Stromvertrag wird dieser Sachverhalt unter der Rubrik "Leistungsaustausch" für Sie nachvollziehbar ausgewiesen.
 

Was ist der sogenannte Leistungsaustausch?

Steuerrechtlich ist die von sonnen gelieferte Freistrommenge eine Leistung, der ein monetärer Wert (der Strompreis) beigemessen werden kann. Für das Finanzamt ist diese Leistung von sonnen an Sie deshalb umsatzsteuerpflichtig.

Im Gegenzug erbringen auch Sie im Rahmen der sonnenFlat X Leistungen an sonnen:

  1. Abtretung Ihres überschüssigen, nicht selbst verbrauchten oder gespeicherten Stroms von der PV-Anlage
  2. Temporäre und teilweise Bereitstellung der Speicherkapazität Ihrer sonnenBatterie für sonnens virtuelles Kraftwerk

Auch diese Leistungen von Ihnen an sonnen ist ein monetärer Wert beizumessen und, je nach Ihrem persönlichen Steuerstatus, sind diese evtl. umsatzsteuerpflichtig.

Der konkrete Sachverhalt wird auf Ihrer Jahresrechnung für den sonnenFlat-Stromvertrag unter der Rubrik "Leistungsaustausch" nach den separaten Posten aufgeführt. Alle Informationen für Ihre Steuererklärung werden transparent ausgewiesen.



Betrifft der Leistungsaustausch die Umsatzsteuer und die Einkommenssteuer?

Ja. Der Leistungsaustausch umfasst die zwischen Ihnen und sonnen ausgetauschten Leistungen und ist somit umsatzsteuerrelevant.

Daneben sind die einem Gewerbebetrieb (PV-Anlage und sonnenBatterie) zurechenbaren Einnahmen und Ausgaben auch in der Einkommenssteuer zu berücksichtigen.

Zu den Einnahmen in Ihrem Gewerbebetrieb zählen zum Beispiel

  • der Eigenverbrauch Ihres Solarstroms
  • die Gewinnbeteiligung für die Teilnahme an sonnens virtuellen Kraftwerk
  • die Vergütung für den im Rahmen einer Netzdienstleistung eingespeisten Strom aus Ihrer Batterie

Diesen Einnahmen stehen Ausgaben gegenüber wie zum Beispiel

  • die Abschreibung der Anlage
  • laufende Betriebskosten wie Versicherungsbeiträge, Kreditzinsen der Anlagenfinanzierung und Wartungs- oder Reparaturkosten

Die Differenz dieser Einnahmen und Ausgaben kann für Ihre Einkommenssteuererklärung relevant sein.

Bitte beachten Sie: Für konkrete Fragen zu Ihrer Einkommenssteuer wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.



Welche Auswirkung hat der Leistungsaustausch für die Umsatzsteuererklärung?

Als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer (anstelle der Kleinunternehmerregelung) sind Sie verpflichtet regelmäßig (derzeit monatlich, ab 2021 quartalsweise) eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abzugeben. Zusätzlich ist zum Jahresende eine Umsatzsteuererklärung einzureichen. Dafür können Sie sich die beim Kauf gezahlte Vorsteuer für die PV-Anlage und sonnenBatterie (wenn beides zusammen installiert wurde) in der Regel über Ihre Steuererklärung vom Finanzamt wiedererstatten lassen.

Die aus dem Leistungsaustausch resultierenden Umsatzsteuerbeträge müssen in der Umsatzsteuervoranmeldung mit berücksichtigt werden. Die Werte für die monatlich Voranmeldung können Sie auch einfach schätzen (Ihre Freistrommenge geteilt durch zwölf und mal dem aktuellen Bruttostrompreis je Kilowattstunde) bzw. mit Hilfe Ihres Steuerberaters ermitteln. In der Umsatzsteuererklärung am Jahresende werden die monatlichen Voranmeldungen dann mit dem tatsächlichen Wert korrigiert.

Die Umsatzsteuer für die von Ihnen bezogenen Leistungen werden dabei als Vorsteuer abgezogen bzw. mit der Umsatzsteuer der von Ihnen erbrachten Leistung verrechnet.



Wie wird der Leistungsaustausch in der Jahresrechnung dargestellt?

Sie erhalten von sonnen jährlich eine Rechnung über die bereitgestellte Freistrommenge und die darauf anfallende Umsatzsteuer für den gesamten Abrechnungszeitraum.

Die Jahresrechnung enthält zudem eine Gutschrift für die Abtretung Ihres überschüssigen, nicht selbst verbrauchten oder gespeicherten Stroms von der PV-Anlage sowie für die temporäre und teilweise Bereitstellung der Speicherkapazität Ihrer sonnenBatterie für das virtuelle Kraftwerk.

Wenn Sie für die umsatzsteuerliche Behandlung Ihrer PV-Anlage und der sonnenBatterie die Umsatzsteuerpflicht gewählt haben, wird auf Ihrer Jahresrechnung neben der anfallenden Umsatzsteuer für Ihre Freistrommenge auch eine Gutschrift für die anfallende Umsatzsteuer der von Ihnen erbrachten Leistungen ausgewiesen. Dieser Austausch von Leistungen zwischen Ihnen und sonnen gleicht sich genau aus. Die Abrechnung des Leistungstauschs ergibt für Sie damit keine Aus- oder Nachzahlung.

Wenn Sie die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG in Anspruch genommen haben, wird unterschieden: Gutschriften an Sie als Kleinunternehmer werden von sonnen ohne Umsatzsteuer ausgestellt, Rechnungen hingegen müssen von sonnen mit der Umsatzsteuer ausgestellt werden.

Dabei gleichen sich die Nettobeträge der gegenseitig ausgetauschten Leistungen im Wert genau aus. Letztlich bleibt nur ein Überhang für die Differenz und die noch zu entrichtender Umsatzsteuer bestehen, die sonnen für Sie an das Finanzamt weiterleitet. Wie das genau aussieht, sehen wir bei Familie Seidel im Fallbeispiel.



Gilt der Strombezug innerhalb der Freistrommenge als unentgeltliche Sachentnahme - analog zum Eigenverbrauch?

Grundsätzlich handelt es sich bei der Freistrommenge um eine Leistung von sonnen an Ihr Unternehmen mit PV-Anlage und Speicher und ist somit steuerlich diesem Gewerbebetrieb zuzurechnen. Die Freistrommenge fließt jedoch direkt und vollständig in den Ihren privaten Verbrauch im Haushalt. Damit erhöht die Freistrommenge auch Ihren privaten Eigenverbrauch. Das gleiche gilt für einen eventuellen Mehrbedarf an Strom aus dem Netz oberhalb der individuellen Freistrommenge.

Da sich die damit verbundenen Einnahmen und Ausgaben im Gewerbebetrieb aber exakt ausgleichen, erlaubt das Finanzamt auch eine saldierte Berücksichtigung, sowohl in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung im Rahmen der Einkommensteuer als auch bei der Umsatzsteuer (sofern Sie die Umsatzsteuerpflicht gewählt haben). Dafür hat sich auch Familie Thaler in unserem Fallbeispiel entschieden.

Kann ich mir die beim Kauf bezahlte Vorsteuer vom Finanzamt erstatten lassen?

Ja, mit dem sonnenFlat-Tarif können Sie sich die gezahlte Vorsteuer für die sonnenBatterie und die Photovoltaikanlage erstatten lassen - unabhängig davon, ob Sie den Speicher nachrüsten lassen oder beides zusammen installieren. Da Sie als Speicher-Besitzer mit dem sonnenFlat-Tarif Ihre Batterie über den Leistungstausch mit sonnen auch unternehmerisch nutzen können, wird Ihnen ein größerer steuerlicher Gestaltungsspielraum gewährt, als bei Speichern, die diese Option nicht bieten.


Ihre sonnenBatterie ist damit wie Ihre Photovoltaikanlage grundsätzlich vorsteuerabzugsfähig, und zwar unabhängig vom Zeitpunkt der Anschaffung. Die umsatzsteuerliche Nutzungsanforderung im Rahmen der sonnenFlat wurde vom Bayerischen Landesamt für Steuern bestätigt (Aktenzeichen S 7100.2.1-101/16 St33). 

Kann ich meine sonnenBatterie von der Steuer abschreiben?

Die Zuordnung des Speichers zum Betriebsvermögen und damit die Möglichkeit zur Abschreibung der Anschaffungskosten hängt vom Anteil der betrieblichen Nutzung ab. Ab 10% betrieblicher Nutzung des Speichers besteht in der Einkommensteuer ein Zuordnungswahlrecht, ab 50% gar eine Zuordnungspflicht.

Als Speicher-Besitzer mit einem sonnenFlat-Tarif räumen Sie sonnen die Möglichkeit ein, Ihre sonnenBatterie in sonnens virtuelles Kraftwerk einzubinden (Stichwort: Leistungstausch). Damit nutzen Sie ihren Speicher auch betrieblich. Im Zusammenhang mit dem Vorsteuerabzug der Batterie hat das Bayerische Landesamt für Steuern bereits bestätigt, dass grundsätzlich eine mindestens 10%ige unternehmerische Nutzung vorliegt.

Die steuerliche Abschreibung ist dann übrigens unabhängig davon möglich, ob Sie den Speicher nachrüsten lassen oder zusammen mit einer PV-Anlage installieren.

Somit wird Ihnen für Ihren Speicher mit sonnenFlat-Tarif ein größerer steuerlicher Gestaltungsspielraum gewährt, als bei Speichern ohne sonnenFlat-Tarif, die diese Option nicht bieten.

Was bedeutet die sonnenFlat für meine Umsatzsteuer-Voranmeldung?

Wenn Sie für die umsatzsteuerliche Behandlung Ihrer PV-Anlage und der sonnenBatterie die Umsatzsteuerpflicht gewählt haben, sind Sie verpflichtet regelmäßig (derzeit monatlich, ab 2021 quartalsweise) eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abzugeben.

Damit melden Sie alle im Laufe des Monats bezahlten und erhaltenen Umsatzsteuerbeträge Ihres Unternehmens "PV-Anlage" an. Den Saldo aus der erhaltenen Umsatzsteuer abzüglich der gezahlten Umsatzsteuer überweisen Sie monatlich an das Finanzamt bzw. bekommen Sie vom Finanzamt gutgeschrieben.

Auf der Einnahmenseite müssen neben dem privaten Eigenverbrauch aus der PV-Anlage auch die Einnahmen aus dem Leistungsaustausch mit sonnen für die Bereitstellung Ihrer sonnenBatterie für das VPP berücksichtigt werden. Die Einnahmen aus dem Leistungsaustausch mit sonnen beinhalten dabei auch die anfallenden Umsatzsteuerbeträge. Die Werte für die Voranmeldung an das Finanzamt können Sie auch schätzen.

Beispiele für die Schätzung:

Für eine Abschätzung Ihrer monatlichen Einnahmen von sonnen ziehen Sie Ihre letzte sonnenFlat Jahresrechnung heran. Hier sind die Einnahmen aus der Erbringung von Netzdienstleistungen und die Gutschriften aus dem Leistungsaustausch sowie die dafür jeweils ausgewiesenen Umsatzsteuerbeträge relevant. Die jeweiligen Summen teilen Sie durch 12 und ziehen das Ergebnis für Ihre Umsatzsteuervoranmeldung heran.

Sie haben bislang noch keine sonnenFlat Jahresrechnung? Für eine Abschätzung Ihrer monatlichen Einnahmen von sonnen multiplizieren Sie Ihre jährliche Freistrommenge mit Ihrem Strompreis je kWh und teilen das Ergebnis durch 12. Diese Werte finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen. Das Ergebnis und die darin enthaltene Umsatzsteuer (Betrag geteilt durch 119 multipliziert mit 19) ziehen Sie für die Umsatzsteuervoranmeldung heran.

Auf der Ausgabenseite können beispielsweise die gezahlte Vorsteuer aus Wartungs- oder Reparaturrechnungen und in vielen Fällen auch die gezahlte Vorsteuer für die Anschaffung der Batterie von der erhaltenen Umsatzsteuer auf der Einnahmenseite abgezogen werden.



Wie ermittelt sich die Abschreibungsdauer bzw. Abschreibungshöhe für meine sonnenBatterie?

Der Abschreibungszeitraum und damit die Abschreibungshöhe für Ihre sonnenBatterie hängt von der tatsächlichen Integration in Ihre Photovoltaikanlage ab, nämlich dem Einbau vor oder nach dem Wechselrichter. In Abhängigkeit von der Verbauung kann Ihre sonnenBatterie daher steuerlich gesehen als ein selbständiges Wirtschaftsgut oder als unselbständiger Bestandteil Ihrer PV-Anlage gelten.

Wenn Ihre sonnenBatterie steuerlich als selbständiges Wirtschaftsgut anzusehen ist, weil sie sich nach dem Wechselrichter befindet, dann sind die Anschaffungskosten linear mit jährlich 10% über einen Zeitraum von 10 Jahren abzuschreiben.

Bildet Ihre sonnenBatterie jedoch durch die Art der Verbauung eine Einheit mit Ihrer PV Anlage und gilt damit als unselbständiges Wirtschaftsgut, so sind die Anschaffungskosten zusammen mit der PV-Anlage linear mit jährlich 5% über einen Zeitraum von 20 Jahren abzuschreiben. Diese steuerliche Behandlung wird vom Bayerische Landesamt für Steuern vorgegeben (Verlautbarung „Hilfe für Photovoltaikanlagen“, Stand: Januar 2019).

Zudem besteht die Möglichkeit, einen Investitionsabzugsbetrag als Sonderabschreibung in Anspruch zu nehmen. Dabei können bereits im Vorjahr der Anschaffung bis zu 40% der Anschaffungskosten als fiktive Betriebsausgaben steuermindernd berücksichtigt werden.


Gilt meine sonnenBatterie steuerlich als selbständiges oder unselbständiges Wirtschaftsgut?

Die steuerliche Einstufung, also ob Ihre sonnenBatterie als ein selbständiges oder unselbständiges Wirtschaftsgut gilt, beeinflusst maßgeblich die Abschreibungsregeln für Ihre sonnenBatterie. Die Einstufung hängt im Wesentlichen von der Bauart bzw. vom Typ Ihrer sonnenBatterie und der Art der Verbauung in Ihrer PV Anlage ab. Die letztendliche Einstufung kann also nur vor Ort anhand des individuellen Aufbaus Ihrer Anlage ermittelt werden.

Als Faustregel gilt jedoch: Der Großteil der verkauften sonnenBatterien wird wechselstromseitig angeschlossen, also direkt in Ihrem Haushaltsstromkreis nach dem Wechselrichter der PV Anlage. Damit sollte es sich bei Ihrer sonnenBatterie in der Regel um ein selbständiges Wirtschaftsgut handeln.

Als Ausnahme davon werden die sonnenBatterie hybrid und optional auch die sonnenBatterie 10 direkt hinter der PV-Anlage an die Gleichstrom-Leitung angeschlossen und ersetzen dabei den Wechselrichter der PV-Anlage, da sie den Gleichstrom selbst in Wechselstrom umwandeln können. Steuerlich gesehen ist die Batterie bei diesem Aufbau gemäß Verlautbarung des Bayerischen Landesamt Teil der PV-Anlage, also ein unselbständiges Wirtschaftsgut, und die Abschreibungsregeln orientieren sich damit an denen der PV-Anlage.

Beispiel: So sieht die sonnenFlat-Jahresrechnung aus

Beispielrechnung sonnenFlat X Seite 1
Beispielrechnung sonnenFlat X Seite 2
Beispielrechnung sonnenFlat X Seite 3
Beispielrechnung sonnenFlat X Seite 4
Beispielrechnung sonnenFlat X Seite 5
Beispielrechnung sonnenFlat X Seite 6
Beispielrechnung sonnenFlat X Seite 7
Beispielrechnung sonnenFlat X Seite 8