01.10.2018 - 13:30

Cloud oder Community – ein Leitfaden zur Unterscheidung von Stromtarifen zu Stromspeichern

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Mittlerweile gibt es viele Hersteller, die einen Stromtarif zu einem Speicher anbieten. Häufig heißen sie „Cloud“ oder „Community“. Gemeinsam haben die Tarife neben dem Namen lediglich, dass es häufig eine gewisse Menge Freistrom gibt. Damit ist dann in der Regel der Bezug des Stroms abgedeckt, der nicht selbst erzeugt werden kann. 

Gerade die teilweise ähnlich oder gleich klingenden Namen verdecken jedoch, dass sich die Tarife gravierend voneinander unterscheiden. Eine Studie von EuPD schafft hier erstmals Klarheit und unterscheidet die verschiedenen Tarife nach ihrem tatsächlichen Nutzen. Sowohl für den Kunden als auch für das Energiesystem. Somit entsteht ein komplett neues Bild dieser Tarife. 

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die sonnenFlat der mit Abstand beste und günstigste Stromtarif am Markt für einen Speicher ist. Die Bewertungskriterien dafür sind u.a. Kosten, Fairness oder Nutzen für das Energiesystem.

Wie groß die Unterschiede schon allein bei den Kosten sind zeigt, dass der Unterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot ganze 512 Euro im Jahr beträgt! 

Gesamtbewertung der sonnen Community und anderer Communities, bei dem die sonnen Community die beste Bewertung mit 1,5 hat

Wie unterscheiden sich die Tarife?

Die Studie unterscheidet die Tarife nicht danach, ob sie Cloud oder Community heißen. Sie untersucht erstmals was tatsächlich dahintersteckt. Im Großen und Ganzen gibt es das Netzdienstleitungsmodell, das Verrechnungsmodell und den digitalen Energieversorger. Interessanterweise tauche die Begriffe Cloud oder Community in all diesen Kategorien auf. 

Übersicht der Tarifanbieter untergliedert nach der Angebotsform, Angebotsformen: Netzdienstleistungsmodell, Verrechnungsmodell, digitale Energeiversorger, Marktplatz und White Label Vertrag

* Der White Label Vertrag richtet sich an Stadtwerke und Hardwareproduzenten, die durch die White Label Verträge ihren Endkunden eine Community anbieten können. Da sich dieses Angebot nicht direkt an Endkunden richtet, wird es im Vergleich nicht weiter berücksichtigt.

Am deutlichsten wird der Unterschied dadurch, dass die beiden einzigen Netzdienstleistungsmodelle in Deutschland am besten abschneiden. Die Studie erklärt, was das genau ist:


„Bei dem Netzdienstleistungsmodell sind die Mitglieder mit den nötigen Zählern und IT miteinander vernetzt und können so Teile ihrer Speicherkapazität für Netzdienstleistungen zur Verfügung stellen. Netzbetreiber können die kumulierte Speicherkapazität somit zum Ausgleich von Schwankungen im Stromnetz nutzen.“


„Für diese Dienstleistungen zahlen die Netzbetreiber pro bereitgestellte Kilowattstunde. Die Mitglieder solch eines Speichernetzwerkes profitieren von diesen zusätzlichen Dienstleistungen z.B. mit kostenlosem Strom.“


Das heißt im Klartext, dass Stromtarife, die auf Netzdienstleistungen basieren, auf einer echten Wertschöpfung am Energiemarkt basieren. Damit werden kostenlose Strommengen wie bei sonnen oder Caterva refinanziert.

Verrechnungsmodelle

Beim klassischen Verrechnungsmodell wird überschüssiger Strom auf ein Stromkonto gutgeschrieben. Dieser Strom kann später wieder abgerufen werden. Wie es der Name schon sagt, handelt es sich hier um eine reine Verrechnung, die nur auf dem Papier stattfindet. Für das Energiesystem ist dieses Modell bedeutungslos, da keine physikalische Dienstleistung stattfindet. 

„Der aktuelle Stromüberschuss wird also lediglich mit einem späteren Verbrauch verrechnet. Es findet keine physikalische Speicherung des Stroms statt. Für dieses Modell wird häufig der Begriff „Cloud“ verwendet.“ 

Die Frage ist also, wie der Anbieter die kostenlosen Strommengen finanziert. Wer genau hinschaut erkennt, dass dies teilweise auf den Kunden abgeschoben wird. 

„Bei einigen Angeboten tritt der Kunde bei dem Verrechnungsmodell seine komplette EEG-Einspeisevergütung ab bzw. die EEG-Einspeisevergütung wird um die Höhe des Strombezuges aus der Cloud gekürzt.“

Der Kunde zahlt also mit einem Teil seiner EEG-Vergütung oder sogar mit der kompletten EEG-Vergütung dafür. Dazu kommen meist die Gebühren für die Mitgliedschaft. Für den Kunden ist das selten transparent dargestellt.

Kein Wunder also, dass die Cloud-Lösungen bei den Punkten Fairness, Kosten und Nutzen für das Energiesystem deutlich schlechter als z.B. die Netzdienstleistungsmodelle abschneiden.

Übersicht der Bewertung der Netzstromdienstleister, sonnen schneidet bei den Kriterien Fairness, Kosten und Nutzung für das Energiesystem am besten ab

sonnen-Geschäftsführer Philipp Schröder fasst die Ergebnisse der Studie so zusammen: 

„Die sonnenFlat ist ein Stromtarif der auf einem virtuellen Kraftwerk basiert, über das unsere Speicher zusätzliche Einnahmen am Energiemarkt erzielen können. Die Studie zeigt klar, dass sich nur mit so einer echten Wertschöpfung auch der beste Stromtarif anbieten lässt. Wer das nicht kann, muss seine Angebote entweder vom Kunden finanzieren lassen oder Strom verschenken, was auf Dauer nicht haltbar ist. Es freut uns daher sehr, dass wir mit unserer sonnenCommunity hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal haben und uns damit deutlich von den anderen Angeboten absetzen konnten.“

Digitale Energieversorger

Bei den digitalen Energieversorgern handelt es sich in der Regel um ganz normale Ökostromtarife, die für den Reststrom zusätzlich zu einem  Speicher angeboten werden. Auch hier werden Begriffe wie „Community“ verwendet. Hier fallen entweder klassische Stromkosten für die Kilowattstunde an. Mögliche sind aber auch  Freistrommengen, die teilweise wie bei den Verrechnungsmodellen über die EEG-Vergütung des Kunden finanziert werden. Mitunter ist die Finanzierung des Freistroms nicht überprüfbar, was Fragen an der Nachhaltigkeit des Angebots zulässt. Auch hier gibt es häufig keinen Nutzen für das Energiesystem.

Fazit der Studie

„Es zeichnen sich große Unterschiede bei den Angeboten mit Hardware aus. Bei vielen Angeboten werden die Stromkosten durch die Einspeisevergütung und das Freistromkontingent gedeckt. Bei wenigen fallen durch den Verzicht auf die EEG-Einspeisevergütung zusätzliche Kosten an.“

„Bei einigen Anbietern wird die Strommenge, die man aus dem Modell bezieht, von der Einspeisevergütung abgezogen. Dies schmälert den Ertrag aus der Einspeisung und ist überdies für den Kunden häufig nicht sofort erkennbar.“

„Es zeigt sich ein wirtschaftlicher Vorteil von Modellen in denen Netzdienstleistungen erbracht werden können (sonnen, Caterva) gegenüber solchen, in denen die Einspeisevergütung mit verrechnet werden. Bei anderen Modellen ist die Refinanzierung des „kostenlosen Stroms“ nicht klar überprüfbar.“