Tipps, wie Sie in diesem Jahr Ihren ökologischen Fußabdruck verringern

Nachhaltigkeit – ein großes Wort und ebenso große Hoffnungen, die damit verbunden sind. Doch ohne Menschen, die es füllen, bleibt der Begriff nur eine leere Hülle. Die Weltpolitik beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie man den Klimawandel abwenden oder zumindest drastisch verlangsamen kann. Zum Unmut vieler Aktivisten und Bürger sind durchschlagende Beschlüsse und effektive Weichen für die Zukunft nicht in Sicht.

Umso schöner, dass Millionen Menschen auf der Welt die Sache in die eigene Hand nehmen und ständig neue Nachhaltigkeitstrends entwickeln.

Visionäre Vordenker, mutige Teenager oder berühmte Botschafter eines nachhaltigen Lebensstils: Die verschiedensten Formen von Nachhaltigkeitstrends halten mehr und mehr in jedem unserer Lebensbereiche Einzug. Ob das der Familienurlaub ist, den man mittlerweile lieber an der Ostsee statt in Spanien verbringt, der Wocheneinkauf, der immer häufiger ganz ohne Fleisch auskommt, oder die ökologische Nutzung vom heimischen Garten oder Balkon: Nachhaltig zu handeln war noch nie so einfach und angesagt wie jetzt.

Lokal, fair und bio kaufen

Neben dem Anspruch, so wenig industriell produzierte Ware wie möglich zu nutzen, steht der Qualitätsgedanke beim wöchentlichen Lebensmitteleinkauf oder eigenen Anbau im Vordergrund. Längst ist bekannt, dass lokale, fair produzierte Lebensmittel die Umwelt schonen und den Herstellern einen fairen Lohn zuteilwerden lassen. Wozu braucht man schließlich einen Apfel aus Neuseeland, der einmal um die ganze Welt gereist ist, wenn vor der eigenen Haustür ein großartiges Anbaugebiet liegt?

Urlaub im eigenen Land

Zugegeben, eine globale Pandemie hat die Reisepläne sicherlich ebenso massiv beeinflusst wie der Wunsch, eher national als international zu urlauben. Doch auch schon vor Corona verzeichneten deutsche Hoteliers und Anbieter von Ferienwohnungen oder Campingplätzen eine steigende Nachfrage. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Anreise ist oftmals entspannt und flexibel mit dem Auto zu erledigen, wirklich alle Familienmitglieder (auch die vierbeinigen) können mit und man lernt das eigene Land in all seinen Facetten kennen.

Flexitarier auf dem Vormarsch

Gerade im Bereich der Ernährung setzt ein massives Umdenken ein. Leidenschaftliche Debatten werden durch harte Zahlen und Fakten gestützt: Der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland ist mit 57,3 Kilogramm pro Person 2020 auf ein historisches Tief gefallen. Selbst Genießer von Fleisch und Wurst diskutieren heute verstärkt über die Nachteile der industriellen Massentierhaltung, die Böden und Atmosphäre schädigt. Dabei muss man nicht sofort zum Vollblutveganer werden: „Flexitarier“, also Menschen, die nur hin und wieder mal Fleisch zu sich nehmen, sind auf dem Vormarsch. Eine gesunde und umsichtige Ernährungsweise, die von führenden Ökotrophologen befürwortet wird. Das Umweltbundesamt rät zu einer „Halbierung des persönlichen Fleischkonsums“.

Es grünt so grün

Wilde Gärten, die als Schutzgebiet für Bienen und Insekten dienen, oder sogar eigens gebaute „Insektenhotels“ feiern ein Comeback. Gutes tun kann so einfach sein, man muss einfach nur anfangen. Und das geht in der Großstadt ebenso wie auf dem Land: Schrebergärten, Hochbeete auf Balkonen oder bepflanzte Grünstreifen zwischen Autospuren sind längst ein fester Bestandteil der urbanen Kultur.

Elektromobilität: Grün und mobil

Galten früher teure Autos, Oldtimer oder Sportwagen als das Statussymbol schlechthin, sind es heute vor allem E-Autos, mit denen sich ihre Halter schmücken. Moderner, technisch ausgereifter, komfortabler und natürlich umweltschonender als ihre Verbrennerkollegen machen Elektroautos heute einen Marktanteil von gut 7 Prozent aus. Die Anzahl der Neuzulassungen 2020 hat sich im Vergleich zum Vorjahr um über 200% gesteigert. E-Autos sind nicht nur sauber und leise, sondern in Kombination mit einer guten Ladestruktur auch ein echter Spartrick. Neben der steuerlichen Vergünstigung bekommen viele E-Autofahrer ihren Strom nämlich mittlerweile gratis oder für kleines Geld vom Arbeitgeber gestellt. Mit einer eigenen Ladestation zuhause wird das Tanken zum sprichwörtlichen Kinderspiel. Viel günstiger und unkomplizierter, als bei der nächsten Tankstelle. Parallel dazu haben sich E-Bikes zu einem überaus beliebten Fortbewegungsmittel entwickelt, das sowohl im ländlichen Raum, als auch in der Stadt dem Auto den Rang abläuft.

Prosumer: Produzent trifft Konsument

Eine der wichtigsten Bewegungen, die der „Prosumer“, verbindet das Dasein als „Produzent“ und „Konsument“ („Consumer“).  Hierbei werden Lebensmittel, aber auch Gebrauchsgegenstände oder Energie selbst hergestellt und anschließend verbraucht. Alles aus einer Hand sozusagen. Das kann ein Kräuter- und Gemüsegarten zur Selbstversorgung sein, der ganz nebenbei den Kindern wertvolles Wissen über die Landwirtschaft und einen gesunden Ernährungsstil vermittelt.  Oder das eigenständig hergestellte Bio-Waschmittel, das unnötige Plastikverpackungen und Chemikalien im Haushalt einspart. Und natürlich der umfassendste Aspekt, die Installation einer PV-Anlage auf dem Dach für die Gewinnung des eigenen grünen Solarstroms. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Mit der sonnenCommunity startete schon vor einigen Jahren ein solches „Prosumer“-Projekt, das global Menschen in die Unabhängigkeit führt. Produzent trifft Konsument, und das im eigenen Haushalt. Statt sich über steigende Strompreise zu ärgern und akribisch den eigenen Verbrauch zu drosseln, produzieren und verbrauchen die Mitglieder der sonnenCommunity ihren Strom selbst. Getauscht wird virtuell untereinander, so dass die Energie immer da landet, wo sie gerade benötigt wird. Und wenn die Gemeinschaft ausreichend versorgt ist, bekommt man sogar noch eine Entlohnung für die Einspeisung überschüssigen Stroms. So einfach, so überzeugend.

Halten wir fest: Wer möchte, kann in nur wenigen Minuten sein Leben nachhaltiger gestalten. Ob groß oder klein, dauerhaft oder erst einmal nur zum Test: Jeder Versuch ist löblich und wird sich positiv auf das große Ganze auswirken. Beim Einkaufen den Jutebeutel einzustecken, statt Plastiktüten zu nutzen, zuhause einen kleinen Gemüse- oder Kräutergarten anlegen oder ein Insekten- bzw. Bienenhotel aufhängen, das Auto öfters mal stehen lassen und stattdessen mit dem Rad losfahren, oder einfach nur noch lokal, fair und bio zu shoppen – gut ist, was Spaß macht und zum eigenen Lebensstil passt.

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Erschienen am: 22.04.2021