Die Energieversorgung in den eigenen Händen - Bundesliga-Torhüter Andreas Luthe setzt auf sauberen Solarstrom und Speicher

Die erste Begegnung mit seiner selbst erzeugten Energie begann für Andreas Luthe mit einem Aha-Erlebnis: Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert auch dann Strom, wenn dicke Wolken die Sonne verdecken. „Dann geht es zwar etwas langsamer, aber der Akku ist am Abend trotzdem voll“. Diese neue Erkenntnis teilt er mit vielen Menschen, die ihren eigenen Solarstrom erzeugen. Jetzt ist es bereits März und seit die Anlage im Dezember aufs Dach kam, konnte er sich zu 80 bis 90 Prozent mit sauberer und selbst erzeugter Energie versorgen. Trotz der kurzen Tage und trotz des Winterwetters mit Regen und Schnee. Die Sache macht ihm Spaß.

Andreas Luthe vor seiner sonnenBatterie

Mit seiner 9,975-kWp großen Photovoltaik-Anlage und seiner 12,5-kWh großen sonnenBatterie kann Andreas Luthe einen Großteil seines Stroms selbst erzeugen.

Andreas Luthe ist keiner der so daherredet. Er spricht wohlüberlegt, hört interessiert zu und stellt Fragen. Nachhaltigkeit ist dem 32-jährigen Bundesliga-Torwart des FC Augsburg sehr wichtig. Und das setzt er auch um. Na klar, die Verantwortung für die Energiewende müsse die Politik übernehmen. Es geht ja auch um Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze. Wer wüsste das nicht besser als jemand wie Luthe, der im Ruhrgebiet groß wurde und seit seiner Jugend beim VfL Bochum spielte. Aber trotzdem, jeder könne schonmal selbst mit  einer nachhaltigen Energieversorgung beginnen und genau das macht er.

Und so war die  Photovoltaik-Anlage samt Speicher die allererste Maßnahme, die er zusammen mit seiner Freundin Melissa umgesetzt hat, als sie in das Haus Baujahr 1985 eingezogen sind. Erst danach sind die alten Fenster und die Inneneinrichtung dran. An der Garagenwand hängt bereits ein Charger für das zukünftige Elektroauto. Irgendwann später soll auch die Heizung von Öl auf Wärmepumpe umgestellt und dann auch mit dem eigenen Solarstrom betrieben werden.

Familie Luthe auf der Couch

Für viele Menschen in Deutschland ist ihr Stromverbrauch noch eine abstrakte Zahl, die einmal im Jahr per Brief ins Haus kommt. Mit der sonnenBatterie hat man den eigenen Stromverbrauch samt Produktion immer Blick: Hier schauen Andreas Luthe und seine Freundin Melissa auf dem Smartphone, wie ihre Energiebilanz so aussieht.

Die Idee dazu hat Andreas Luthe schon länger mit sich herumgetragen. Er erinnert sich an Gespräche am elterlichen Esstisch, als sein Vater von einer eigenen Energieversorgung schwärmte. Damals war das noch weit weg, die Bedingungen am Haus gaben es ohnehin nicht her. Und jetzt, da die Technologie reif ist, macht er es einfach.

Die Technik fasziniert ihn. Der Blick auf die App der sonnenBatterie gehört mittlerweile zum Tag dazu: „Mir gefällt einfach die Vorstellung dass ich sehe was wir verbrauchen und was wir produzieren“. Selbst manchmal beim Training, wenn die Sonne gerade rausgekommen ist, schaut er kurz aufs Smartphone. Training, das heißt, morgens um 07 Uhr aufstehen, Trainingsvorbereitung, Training, gemeinsames Essen, wieder Training, Trainingsnachbereitung und um 18 Uhr Feierabend. Sechsmal die Woche, jetzt mit einer Verletzung, sind es sogar alle sieben Tage.

Warum denn bisher keine anderen Fußballspieler mit dem Thema Erneuerbare Energien öffentlich in Erscheinung getreten sind? „Weil es kein Thema für die Boulevard-Zeitungen ist“, sagt er. Es gäbe aber sicher noch mehr Spieler, die so denken wie er. Ein Fußballteam ist ja nun mal ein Querschnitt durch die Gesellschaft. Und so einfach ist das auch nicht, Fußballer sind Wanderarbeiter, die zwei, drei Jahre bei einem Verein spielen und dann weiterziehen. „Das ist unser Alltag“, sagt Andreas Luthe. Wer eine eigene Stromerzeugung will, der braucht in der Regel ein Haus und einen starken Bezug zu seiner Region.

Noch sind erneuerbare Energien und Fußballspieler eine exotische Mischung, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Dass es so bleibt, ist unwahrscheinlich. Schon heute gibt der Großteil der Deutschen an, dass sie sich eine schnellere Energiewende wünschen. Über eine Million Haushalte in Deutschland erzeugen bereits sauberen Strom per Photovoltaik-Anlage. Und jeden Freitag gehen zehntausende Schüler auf die Straße um den Druck auf die Generation zu erhöhen, die aus ihrer Sicht mal ganz nebenbei ihre Zukunft ruiniert. Auch in Augsburg. Und Schüler sind auch Fußball-Fans. Vor diesem Hintergrund ist es gut möglich, dass die eigene Solaranlage bald relevanter sein wird als der 800 PS Sportwagen mit Flügeltüren.

Andreas Luthe und Mitarbeiter von sonnen

Andreas Luthe und Sebastian Strachwitz von sonnen vor der sonnenBatterie.

Einer wie Andreas Luthe ist hier Vorreiter und was er tut, wird wahrgenommen. Ob er eine Vorbildfunktion hat? Klar, eine Vorbildfunktion könne er damit sicher haben, auch wenn er das in dem Fall nicht aktiv anstrebt. Es ist seine private Entscheidung.

Eine ganz bewusste Entscheidung etwas zum Besseren zu bewegen, ist der Verein „In safe hands e.V.“, den er zusammen mit einem ehemaligen Fußballkollegen gegründet hat. Er fördert über den gemeinsamen Sport „emotionale, soziale und interkulturelle Kompetenzen“ bei Kindern. Andreas Luthe sagt, dass er Werte bei den Kindern vermitteln will, die nicht unbedingt das Glück hatten, viermal die Woche zum Training gefahren zu werden, so wie er. Heißt übersetzt: Nicht jeder wächst in einer intakten Familie auf, die ihm die richtigen Weichen fürs Leben stellen kann. Dass Kinder Selbstvertrauen lernen, mit Emotionen umgehen können und Verständnis für andere Menschen entwickeln – hier will der Verein ansetzen. Wer vernünftig und verantwortungsvoll ist, kann die Gesellschaft ein Stück besser machen.

Die Strategie ist sinnvoll, denn wer beim einzelnen Menschen ansetzt, kann irgendwann auch etwas im größeren Stil bewegen. Hier öffnen sich Parallelen zur Energiewelt. Auch hier kann jeder Einzelne etwas machen, um die Gesellschaft in eine saubere Zukunft zu bewegen.

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