09.06.2017 - 09:22

Stromtarife mit Batteriespeichern - Wieviel Geld spart die sonnenFlat?

In der Kategorie Aktuell

Nachdem sonnen im Jahr 2015 die sonnenCommunity eingeführt hat, gibt es mittlerweile zahlreiche weitere Konzepte am Markt. Die Grundidee hinter allen Konzepten ist einfach: Mit einer Photovoltaik-Anlage und einem Stromspeicher lassen sich 70 bis 75 Prozent des eigenen Strombedarfs mit selbst erzeugtem Strom abdecken. Der Rest, der bis dato vom klassischen Stromanbieter kam, wird durch ein neues Konzept ersetzt.

In unserem Fall kommt der restliche Strom aus der sonnenCommunity. Vereinfacht gesagt werden sonnenBatterie-Haushalte miteinander vernetzt und teilen ihre Energie untereinander. Wer mehr Strom hat als er benötigt, gibt ihn an denjenigen, der ihn gerade braucht. Der Energieversorger ist damit raus und der Kunde ist zu 100 % unabhängig von konventionellen Stromerzeugern.

Wer sich eine sonnenBatterie eco anschafft und Mitglied der sonnenCommunity wird, kann auch bei unserer sonnenFlat mitmachen. Strom, der nicht selbst erzeugt werden kann und aus der Community kommt, wird damit kostenlos.  Die sonnenFlat gibt es derzeit in drei Paketen, die einen jährlichen Verbrauch zwischen 4.250 kWh und 6.750 kWh abdecken.

Aber wie sieht die Wirtschaftlichkeit der sonnenFlat aus? Um das besser einschätzen zu können, haben wir die sonnenFlat mit zwei Szenarien verglichen. Szenario 1: Der Haushalt legt sich lediglich eine PV-Anlage und einen Speicher zu. Szenario 2: Der Haushalt legt sich eine PV-Anlage und einen Speicher zu und wird Mitglied der Cloud von Senec.

PV-Anlage + Speicher

Unser Haushalt hat einen jährlichen Stromverbrauch von 4.500 kWh.  Beim aktuellen Durchschnittsstrompreis von  29 Cent/kWh fallen ganze 1.305 Euro Stromkosten im Jahr an. Der erste Schritt ist die Anschaffung einer 7,5-kWp-Photovoltaik-Anlage und eines Speichers. Dabei ergibt sich ein durchschnittlicher Autarkiegrad von 70 Prozent. Die Stromrechnung sinkt damit schon auf 391,5 Euro. Dazu kommt die Einspeisevergütung für den nicht selbst verbrauchten Strom. In dem Beispiel ergeben sich 533 Euro. Zieht man davon die noch verbliebenen Stromkosten ab, hat der Haushalt fortan also keine Stromkosten mehr sondern Einnahmen von 141,5 Euro.

Rechnet man Erlöse und gesparte Stromkosten zusammen, ergibt sich eine Summe von 1.446,50 Euro, die der Haushalt im Vergleich zur Situation vorher spart. Gar nicht so schlecht für den Anfang.

PV-Anlage + sonnenBatterie + sonnenFlat

Jetzt also die ganze Rechnung mit der sonnenFlat, bei welcher auch der nicht selbst erzeugte Strom kostenlos ist. Feste Kosten entstehen nur noch durch die Mitgliedschaft der sonnenCommunity in Höhe von 19,99 Euro pro Monat.

Hier das konkrete Rechenbeispiel dazu:

  • Haushalts-Jahresstrombedarf: 4.500 Kilowattstunden (kWh)
  • Aktueller Bezugspreis (Arbeitspreis und Grundgebühr): 0,29 € je kWh = 1.305 € pro Jahr
  • Photovoltaik-Anlage: 7,5 kWp mit einem Jahresertrag von 7.500 kWh
  • Autarkiegrad durch PV-Anlage mit Stromspeicher: 70 % (entspricht 3.150 kWh Eigenstromabdeckung)
  • Restlicher Strombedarf: 30 % bzw. 1.350 kWh
  • EEG-Einspeisevergütung für überschüssigen PV-Strom: 0,1227 € pro kWh
  • Mitgliedschaft sonnenCommunity inkl. MwSt.: 19,99 € pro Monat (239,88 € pro Jahr)
  • Freie Liefermenge (sonnenFlat5500 = bis max. 5.500 kWh Jahresgesamtverbrauch)
  • Nach EEG eingespeister Strom (kompletter PV-Überschuss): 4.350 kWh
  • Von sonnenFlat bezogener, verbrauchter Strom: 1.350 kWh
  • Grundpreis sonnenCommunity pro Jahr: 239,88 €
  • EEG-Vergütung pro Jahr: 533,75 € (4.350 kWh x 0,1227 €)

Jährlicher Überschuss: 293,87 Euro (bzw. 1.599 Euro Ersparnis im Vergleich zu einem Haushalt ohne PV-Anlage, sonnenBatterie und sonnenFlat)

Mit der sonnenFlat spart sich der Haushalt also fast 1.600 Euro im Jahr im Vergleich zu vorher. Die jährlichen Einnahmen wachsen auf fast 300 Euro an und sind damit doppelt so hoch, wie ohne die sonnenFlat. Ein deutlicher Zugewinn also. Aber wie sieht es bei anderen Modellen am Markt aus? Der genaue Vergleich ist schwierig, da viele Hersteller komplizierte Verträge anbieten.

PV-Anlage + Speicher + Senec Cloud

Senec hat auf seiner Website ein transparentes Beispiel veröffentlicht. Für unsere Berechnung haben wir lediglich die PV-Anlagengröße von 7 auf 7,5 kWp angepasst, was sich aber nicht negativ auf den Erlös auswirkt.

Senec nimmt sein kleinstes Paket mit einem Cloud-Beitrag für 1.000 kWh freie Liefermenge (inkl. MwSt.): 14,95 € pro Monat (179,40 € pro Jahr) Strompreis pro kWh bei Mehrverbrauch über freier Liefermenge (inkl. MwSt.): 0,14 €

  • In SENEC.Cloud 2.0 eingespeister Strom (kompletter PV-Überschuss): 4.350 kWh
  • Aus Cloud bezogener, verbrauchter Netz-Strom: 1.350 kWh
  • Davon abgedeckt durch freie Liefermenge aus Cloud-Paket: 1.000 kWh
  • Davon Mehrverbrauch über freier Liefermenge: 350 kWh
  • Nicht aus SENEC.Cloud entnommener und somit nach EEG vergüteter Strom: 2.500 kWh
  • Strombezugskosten inkl. MwSt. pro Jahr: 228,40 € (179,40 € SENEC.Cloud-Beitrag zzgl. 350 kWh x 0,14 €)
  • EEG-Vergütung pro Jahr: 368,1 € (3.000 kWh x 0,1227 €)

Jährlicher Überschuss: 139,7 Euro (bzw. 1.445 Euro Ersparnis im Vergleich zu einem Haushalt ohne PV-Anlage und Speicher)

Auch hier spart der Kunde deutlich zur vorherigen Situation, nämlich 1.445 Euro. Dieser Betrag unterscheidet sich aber nicht wesentlich von Szenario 1, also dem Haushalt, der nur auf eine PV-Anlage und einen Speicher setzt. Der Überschuss, der mit der Senec Cloud erzielt wird, ist nahezu genauso groß, als wenn der Kunde beim bisherigen Stromversorger geblieben wäre. Das heißt, dass es zumindest aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn ergibt, seinen bisherigen Stromanbieter zu verlassen.

Grafik Stromtarife im Vergleich sonnenFlat PV Anlage mit Speicher Senec Cloud

Senec Cloud-Kunden zahlen mit eigener EEG-Vergütung

Der Grund dafür ist recht einfach und wird ersichtlich, wenn man sich die Höhe der Einspeisevergütung der beiden Tarife anschaut. Während bei sonnen 533,75 Euro übrig bleiben, sind es bei Senec mit 368 Euro gut 165 Euro weniger im Jahr. Senec verrechnet also einen Teil der Einspeisevergütung für den aus der Cloud bezogenen Strom. sonnen hingegen lässt die Einspeisevergütung unangetastet, so dass sie der Kunde in voller Höhe erhält. Auf die gesamte Dauer der Einspeisevergütung von 20 Jahren hochgerechnet, wäre das eine Differenz von 3.300 Euro zwischen den beiden Angeboten.

Wieso zahlt sonnen die volle EEG-Vergütung?

Stellt sich noch die Frage, warum sonnen-Kunden die EEG-Vergütung komplett für sich behalten können. Hinter der sonnenFlat steht eine eigene Wertschöpfung. Jeder der mitmacht, stellt seine sonnenBatterie für kurze Zeiträume am Tag für das deutsche Stromnetz zur Verfügung, um zum Beispiel Schwankungen auszugleichen. Für diese Dienstleistung erhält sonnen neue Einnahmen von den Netzbetreibern in Deutschland. Die sonnenFlat refinanziert sich also über eigene, unabhängige Einnahmen während die Senec Cloud lediglich eine rein rechnerische Lösung ist, die größtenteils auf der Verrechnung der eigenen EEG-Vergütung basiert.

sonnen auch bei hohem Stromverbrauch profitabel

Noch deutlicher wird der Abstand, wenn der Stromverbrauch steigt. Am Beispiel mit der Senec Cloud lässt sich das gut nachvollziehen: Denn parallel zur Menge des bezogenen Freistroms steigt der Grundbetrag bei Senec, während die Mitgliedschaft der sonnenCommunity für sonnenFlat-Teilnehmer mit 19,99 Euro in allen Tarifen gleichbleibt.

Das wird in einem Beispiel deutlich, welches das pv magazine neulich errechnet und im Beitrag „Neue Geschichten vom Strommarkt“veröffentlicht hat. Angenommen wurde ein Stromverbrauch von 8.000 kWh, wie es zum Beispiel bei Wärmepumpen-Besitzern der Fall ist. Das pv-magazine nähert sich dieser Zahl mit der sonnenFlat 6.750 an, also mit dem Strompaket mit 6.750 kWh sowie dem Senec-Cloud-Tarif mit 9.000 kWh. Bei der sonnenFlat ergeben sich Mehreinnahmen von 305 Euro im Jahr. Bei der Senec Cloud kostet das den Kunden 374 Euro. Eine Differenz von 679 Euro also.

Grafik Wärmepumpe Tarif im Vergleich sonnen PV Anlage mit Speicher Senec Cloud

Würde man bei der sonnenFlat die Differenz zwischen den kostenlosen 6.750 kWh und den anfallenden 8.000 kWh noch schließen, ergäbe sich ein Bezug von 1.250 kWh für 23 Cent/kWh. Damit bliebe immer noch ein Plus von 17 Euro und eine jährliche Differenz von 391 Euro zu dem Angebot von Senec. Nach 10 Jahren wären das immerhin 4.000 Euro.

Zum Vergleich: Ganz ohne Speicher würde der Kunde 2.183 Euro im Jahr zahlen, allein mit PV-Anlage und Speicher noch 807 Euro.

Es wird also deutlich, dass sonnen mit der sonnenFlat einen zusätzlichen Wert schafft, der die herkömmlichen Einnahmen aus dem gesparten Strompreis und der EEG-Vergütung ergänzt. Das komplette System wird damit noch wirtschaftlicher.

Kostenlose Smart Meter im Wert von 1.500 Euro mit dabei

Damit die Haushalte überhaupt an der sonnenFlat teilnehmen können, benötigen sie elektronische Zähler oder auch Smart Meter genannt, sowie die sonnenFlat-Box, welche die Batterien miteinander vernetzt. Diese Investition in Höhe von 1.500 Euro bleibt aber nicht am Kunden hängen sondern wird derzeit von sonnen für alle Neukunden übernommen. Ganz nebenbei kommen Teilnehmer der sonnenFlat damit auch der gesetzlich vorgeschriebenen Einbaupflicht von Smart Metern zuvor, die sie so nicht auf eigene Kosten umsetzen müssen.

sonnen rüstet also jeden Haushalt mit der notwendigen Technologie aus, um am Energieversorgungssystem der Zukunft teilzunehmen. Denn dezentrale Batteriespeicher werden darin eine tragende Rolle spielen. Da immer mehr Energie aus erneuerbaren und schwankenden Quellen wie Sonne und Wind stammt, wird Speicherkapazität wertvoll. Daran möchte sonnen auch seine Kunden teilhaben lassen. Jeder Haushalt der an der sonnenFlat teilnimmt, sichert sich bereits heute diese Möglichkeiten.

Kai Lorenz commented on 25.06.2017

Hallo, mal eine kurze Gegenrechnung: Ich habe eine PV-Anlage ohne Speicher, mein Jahresstromverbrauch liegt bei 4000kWh, meine Autarkiequote bei ca. 50%, d.h. ich Verbrauche selbst 2000 kWh Solarstrom und muss 2000 kWh dazukaufen. Der kostet mich ganz aktuell 500 Euro (neuer Anbieter, Rabatt etc., das mache ich jedes Jahr und somit kann ich diesen Preis für meine Rechnung verwenden). Die Flat mit Sonnen würde mich einen Stromspeicher (10.000 Euro, umgerechnet auf 20 Jahre sind das 500 Euro pro Jahr), die Einspeisevergütung von dann 1000 kWh (Erhöhung des Eigenverbrauchs durch den Speicher) von 125 Euro und den Communitybeitrag von 240 Euro kosten, macht zusammen 825 Euro. Da kaufe ich den fehlenden Strom zur Zeit doch lieber am freien Markt. Insgesamt bestimmt ein gutes Konzept von Sonnen, man sollte jedoch die Beispielrechnungen kritisch auf die jeweils eigenen Umstände umrechen.

sonnen GmbH commented on 26.06.2017

Hallo Herr Lorenz, vielen Dank für Ihren Kommentar! Sie haben völlig Recht, dass der Bedarf eines jeden Kunde individuell berechnet und auf die jeweiligen Umstände angepasst werden muss. Dafür haben wir eine Vielzahl an sachkundigen Mitarbeitern, die sich um diese individuellen Berechnungen kümmern. Darüber hinaus gibt es die sonnenFlat in drei unterschiedlichen Paketen, so dass der jährliche Strombedarf eines Haushaltes möglichst optimal abgedeckt werden kann. Zu Ihrer Gegenrechnung möchten wir gerne einen wichtigen Aspekt hinzufügen: Alleine seit dem Jahr 2000 ist der durchschnittliche Strompreis in Deutschland um 109% bzw. 6% pro Jahr angestiegen (vgl. Strom-Report). Selbst wenn Sie diesen Anstieg mit moderaten 3,5% über die kommenden 20 Jahre weiter rechnen, hat sich die Investition in einen Speicher in Verbindung mit der sonnenFlat bereits in weniger als zehn Jahren amortisiert! Im Anschluss daran produzieren und speichern Sie völlig kostenfrei Ihren Solarstrom. Mit freundlichem Gruß sonnen GmbH

Kai Lorenz commented on 27.06.2017

Vielen Dank für Ihren durchaus nachvollziehbaren Kommentar. Sicherlich wird sich mittelfristig die Schere zwischen Invest und Rendite weiter schließen. Bis dahin bleibe ich gespannt auf dem Laufenden und warte mit Spannung auf die weitere Entwicklung und Ihre Innovationen. Mit "sonnigem" Gruß